Permanent collection

 

by LIESBETH WAECHTER-BÖHM

François Valentiny is first and foremost an architect. There is no doubt about this, even if the bountiful plethora of his artistic work – in the form of sketches, drawings, gouaches, oil pastel and acrylic works, objects and sculptures – appears to surpass his architectonic work in terms of quantity. Qualitatively speaking, it is on the one hand a processual side effect of conceptual development phases, also of fleeting impressions, and on the other hand a reflection of planned or executed achievements. Through the reflective continuation of the work, these achie-vements are reshaped, newly interpreted or construed, yet as a result they also adopt a temporary character, that of an intermediate stage, which could continue on, which also allows and absorbs changes, sometimes very free associations. And yet – a contradiction in itself – they are of a compactness and complexity in which artistic, architectonic thought undergoes a consolidation that leaves behind sustainable impressions. In particular the sculptures of recent years embody this state of affairs almost akin to a signal. They stand in the workshop, tightly side by side, making conversation. In all likelihood they are talking of how well and truly they embody an idea, one of Valentiny’s thoughts, how much they encapsulate a conceptual or formal statement. Just as well they cannot be heard, as theirs is bound to be a pretty passionate, possibly conflicting discourse.

 

François Valentiny ist zuallererst Architekt. Daran kann kein Zweifel bestehen, auch wenn die überbordende Fülle seiner künstlerischen Arbeiten – in Form von Skizzen, Zeichnungen, Gouachen, Ölkreide- und Acrylbildern, Objekten und Skulpturen – sein architektonisches Werk quantitativ zu übertreffen scheint. Während es qualitativ einerseits prozessuale Begleiterscheinung von gedanklichen Entwicklungsphasen, auch von flüchtigen Impressi-onen, und andererseits Reflexion von geplanten oder gebauten Ergebnissen ist. Diese Ergebnisse werden durch die reflexive Weiterarbeit überformt, neu interpretiert oder gedeutet, sie bekommen dadurch aber auch den Charakter des Vorläufigen, eines Zwischenstadiums, nach dem es weitergehen könnte, das auch Verände-rungen, manchmal sehr freie Assoziationen zulässt und verkraftet. Und doch – ein Widerspruch in sich – sind sie von einer Kompaktheit und Komplexität, in der künstlerisches, architektonisches Denken eine Verdichtung erfährt, die nachhaltige Eindrücke hinterlässt. Vor allem die Skulpturen der letzten Jahre verkörpern diesen Sachverhalt gera-dezu signalhaft. Da stehen sie im Atelier, gedrängt nebeneinander, und unterhalten sich. Wahrscheinlich reden sie darüber, wie gut und zutreffend sie eine Idee, einen Gedanken von Valentiny verkörpern, wie sehr sie auf den Punkt einer inhaltlichen oder formalen Aussage gebracht sind. Gut, dass man sie nicht hören kann, denn es muss ein ziemlich leidenschaftlicher, womöglich widersprüchlicher Diskurs sein, der da abläuft.